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Er war ein ehrlicher Kämpfer für mehr Gerechtigkeit

Großes Trauergeleit in Oberprechtal für unseren 2. Vorsitzenden Alfred Bartholomä / Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit.

Selten findet sich eine solche Menschenmenge zu einer Beerdigung in Oberprechtal ein wie am vorigen Freitag, als es hieß, Abschied zu nehmen von Alfred Bartholomä, der mit erst 61 Jahren gestorben ist. Freunde, Bekannte und politische Mitstreiter nahmen mit seiner Frau Petra und der Familie Anteil am doch plötzlichen Tod, dem eine vierteljährige schwere Erkrankung vorausging.

Hatte einer seiner Freunde, Erwin Breitwieser, ehemals Tenor der Mainzer Hofsänger, ihm noch vor drei Wochen beim Konzert des "Con Amore Quintetts" zur Genesung "My Way" gewidmet, so war es nun in der Kirche Maria Krönung das "Lebt wohl" von R. Loory, das er an Alfred Bartholomäs Bahre sang.

Nachdem Pfarrer Bernhard Thum mit der Eucharistiefeier für einen würdevollen Abschied in der voll besetzten Kirche gesorgt hatte, konnten bei der anschließenden Totenfeier die Vereine und Verbände, denen der Verstorbene angehört hatte, ihm einen letzten Gruß widmen.

"Die SPD war ein großer Teil seines Le-bens", so seine Frau Petra, kein Wunder, dass die Fahne "seiner" Partei, deren Elzacher Ortsvorsitzender Bartholomä die letzten sechs Jahre war, seinen Sarg mit schmückte. Alfred Bartholomä war mit 38 Jahren Parteizugehörigkeit "Dienstältester" der SPD im Raum Elzach und ihm ging es nicht nur in der Politik um klares, faires Miteinander. Seine sozialen Ziele waren unverrückbar fest, demokratische Werte für ihn keine Floskeln. Gerechtigkeit und Chancengleichheit, ja, sie galten ihm alles.
"Ehrlich, zuverlässig, bescheiden", so bezeichnete ihn Bürgermeister Holger Krezer, der für den SPD-Ortsverein und die anwesenden SPD-Vertreter von Land und Kreistag die Abschiedsrede hielt. Dass er gleichzeitig auch "eckig und kantig" sein konnte, machte Alfred Bartholomä erst recht zum richtigen Sozialdemokraten aus "altem Schrot und Korn".

Für den Männergesangverein "Eintracht", der auch die Eucharistiefeier umrahmt hatte, und dessen Vize-Vorsitzender Bartholomä ebenfalls seit sechs Jahren war, sagte Vorsitzender Arno Burger Adieu, was der Chor mit zwei von dem Verstorbenen gewünschten Liedern gefühlvoll unterstrich. Als letzter Gruß der Sänger verabschiedete Fähnrich Willi Burger den zweiten Vorsitzenden mit dem Ehrengruß der Vereinsfahne.

Viktor Disch kondolierte im Namen des FSV Oberprechtal und des FC Prechtal. Für das heutige gute Miteinander beider Vereine sei Alfred Bartholomä mitverantwortlich. Er unterstützte beide gerade im Jugendbereich maßgeblich. "Was er anpackte, hat er auch zielstrebig und konsequent durchgeführt," so Disch.

"Eine lange Geschichte hätte ich zu erzählen", meinte Schulkamerad Richard Läufer, "und immer wieder würde Alfred Bartholomä darin die Hauptrolle spielen". Er erzählte von einem "Kämpfertyp, der nach vier ’Tatzen’ noch lachte und damit manchen Lehrer zur Weißglut brachte. Später war er im Fußball das Bollwerk als Libero". In den letzten Jahren und Jahrzehnten waren es dann die politischen Geplänkel, die der "Schwarze" Richard mit den "Roten" Alfred über die große und kleine Politik mit gegenseitigem Respekt und meist herzhaften Humor ausfochten. Nun hatte aber sein Freund, der Kämpfer- und Siegertyp Alfred, bei seinem letzten Kampf es mit einem übermächtigen Gegner zu tun, der ihm keine Chance ließ.

Läufers letzte Worte nahmen viele mit aus einer bewegenden Totenfeier für einen, der viel für seine Mitmenschen getan hat: "Lieber Alfred, in unserm Herzen wirst du weiterleben, du wirst noch lange in unseren Gedanken und Gesprächen dabei sein!"

Bericht aus der Badischen Zeitung von R. Gutjahr

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